Milan Turkovic entstammt einer österreichisch-kroatischen Familie und wuchs in Wien
auf, wo er auch studierte. Vor zwei Jahrzehnten begann er, seine Solistentätigkeit als
Fagottist, die ihn in allen Musikzentren der Welt bekannt gemacht hatte, graduell in
eine immer intensiver werdende internationale Tätigkeit als Dirigent umzuwandeln.
Seither dirigierte er u.a. in Wien, Salzburg Graz, Rom, Mailand, London, New York,
Tokio, Osaka, Zagreb, Krakau und Prag. Zu den Orchestern, die Turkovic geleitet hat
gehören die Wiener Symphoniker, das ORF-RSO Wien, das Wiener Kammerorchester,
die Camerata Salzburg, das Orchestra Sinfonica Verdi di Milano, das Orchestra di
Padova e del Veneto, das Orchestra Sinfonica di Roma, das Tokyo Metropolitan
Symphony Orchestra, das National Symphony Orchestra of Taiwan, Philharmonia Prag,
das Prager Kammerorchester, der Wiener Concert-Verein, die Krakauer Philharmonie,
das Musikkollegium Winterthur, das Queensland Philharmonic Orchestra, das
Kroatische Kammerorchester und viele andere. Er ist in regelmäßigen Abständen Gast
bei Festivals wie etwa dem Haydn-Festival in Eisenstadt, im Carinthischen Sommer
oder im Kusatsu Festival (Japan). Überdies leitet Turkovic das Deutsche Ensemble
Selmer Saxharmonic, mit dem er 2010 den Echo Klassik-Preis erhielt. Zu seinen
zahlreichen Spezialprojekten zählte etwa die von Turkovic konzipierte performance
"Salieri und Gran Partita", zusammen mit Karl Markovics. Dieses Projekt wiederholte er
mit den Bläsern des Chicago Symphony Orchestra. In der laufenden Saison wird
Turkovic unter anderem in Prag, Wien, bei der Mozartwoche Salzburg, in Japan sowie
in München auftreten.
Unter den von Turkovic dirigierten CDs befindet sich ein Album mit Symphonien von J.
Haydn (mit dem Wiener Concert- Verein), Flötenkonzerte mit dem Solisten Wolfgang
Schulz, Oboenkonzerte mit Thomas Indermühle, Mozarts "Gran Partita" (Ensemble der
Mozartwoche Salzburg) sowie die CD "FlyingSaxophone Circus" mit "Selmer
Saxharmonic" (ECHO KLASSIK-Preis 2010). Die viel gelesene Japanische
Musikzeitschrift "ongaku no tomo" führte 2009 Turkovic in einer "short list" der zwanzig
interessantesten in Tokio aufgetretenen Dirigenten auf, in einer Reihe mit den
internationalen Topstars.
Als Solist war Turkovic Gast zahlreicher Orchester (z.B. Wiener Symphoniker,
Bamberger Symphoniker, Stuttgarter Kammerorchester, Zürcher Kammerorchester,
Camerata Salzburg, Chicago Symphony Orchestra, St. Louis Symphony Orchestra, The
English Concert, Tonhalle Orchester Zürich, Münchner Philharmoniker, NHK Symphony
Orchestra Tokyo u.v.a. Dabei arbeitete er mit Dirigenten wie Giulini, Sawallisch,
Marriner, Harnoncourt, Pinnock, Vegh, Stein, Brüggen, Eschenbach und Zinman
zusammen.
Turkovic war Gründungsmitglied des Ensemble Wien-Berlin, dem er bis 2009
angehörte. Von 1992 bis 2012 war er Mitglied der Chamber Music Society of Lincoln
Center, New York. Nach wie vor ist er Mitglied des Concentus Musicus Wien, dem er
1967 beigetreten war. Zahlreiche Komponisten haben Solowerke für ihn geschrieben,
unter ihnen Ivan Eröd, Wynton Marsalis und Rainer Bischof.
Turkovic hat unzählige Uraufführungen und Erstaufführungen als Solist bestritten.
Hervorzuheben sind Sofia Gubaidulina und Jean Francaix. Er hat einen großen Teil des
Solorepertoires auf CD aufgenommen. Mozarts Fagottkonzert spielte er insgesamt vier
Mal ein (darunter auch eine Aufnahme mit einem Originalinstrument, mit Harnoncourt),
das Konzert von C.M.von Weber zwei Mal (zuletzt mit N.Marriner). Darüber hinaus kann
man ihn als Kammermusiker und als Mitglied des Concentus Musicus auf über 200
Alben hören. Turkovic ist in den Katalogen von DG, Teldec, Camerata Tokyo, Koch,
Capriccio, Dabringhaus, Delos und Denon vertreten.
Zwei Jahre lang war er Präsentator eines Musikquiz im österreichischen Fernsehen.
Kürzlich erschien sein viertes Buch "Wiener Leben.Wien erleben" bei Kremayr &
Scheriau. Davor war er als Autor dreier Musikbücher bekannt geworden: "Was Musiker
tagsüber tun" (K&S), "Die seltsamsten Wiener der Welt" (auch auf Japanisch
erschienen, Residenz Verlag/ Alpha Beta Publishing)) und "Hast du Töne" (Residenz
Verlag).
Turkovic ist mit der ehemaligen Eiskunstläuferin und Fernsehmoderatorin Ingrid Wendl
verheiratet.
Sein Sohn aus erster Ehe lebt in den USA und arbeitet dort für ein Australisches
IT-Unternehmen.
